Mittlerweile kann das Auswärtige Amt, sowie das BMZ noch nichtmal mehr sagen, ob es irgendwann eine Besserung der Lage gibt.
SEWA hat daraufhin entschieden, den Dienst für dieses Jahr abzusagen. Eine Katastrophe sowohl für uns Zivis, aber noch viel mehr für SEWA selber, denn die Arbeit war hauptsächlich auf die Zivis aufgebaut.
Ich bin aktuell auf der Suche nach einem Zivildienstplatz hier in Deutschland. In den letzten Wochen habe ich noch versucht, kurzfristig bei anderen Organisationen unterzukommen, denn vorbereitet war ich ja, aber diese haben entweder keine Plätze mehr, den falschen Startzeitpunkt, denn ich möchte ja irgendwann auch mal studieren, oder gar keine ADiA-Plätze.
So stand kurze Zeit eine Ausreise nach Vietnam im Raum, bis sich herausstellte, dass die Plätze noch gar nicht anerkannt sind.
Martin, der AMPO-Zivi hat es ganz gut formuliert. a neverending rollercoaster.
Mittlerweile bin ich es auch leid, die ganze Zeit so in der Luft zu hängen, werde mir also einen Zivi-Platz suchen und diesen dann so schnell wie möglich antreten.
Marco hingegen hatte Glück und hat noch kurzfristig eine Stelle in Ghana ergattern können. Was er dort das Jahr über macht, lässt sich hier nachlesen: Marco in Ghana. Martin wird hingegen ebenfalls einen Zivi in Deutschland machen.
Ich werde mich weiter für SEWA engagieren und habe vor auch irgendwann mal Urlaub in Burkina zu machen. Wie es mit SEWA weitergeht wage ich jedoch erstmal nicht zu sagen, denn diese „verlorene“ Generation war schon ein harter Schlag. Sämtliche Projekte können nur beschränkt weitergeführt werden, ein großes Projekt welches die Einführung einer 3. ADA-Stelle beinhaltet hätte, musste leider komplett verworfen werden.
Dies führt einerseits zu der Frage, ob sich SEWA strukturell anders aufstellen muss, andererseits aber auch zu der Frage wie das BMZ zukünftig mit diesen Situationen umgeht.
Bisher ist noch nicht bekannt, ob man eine Verkürzung des Dienstes bekommen könnte, zumindest für einen Auslandsdienst. Auch sonst herrscht eher Chaos beim BMZ. Desweiteren bekommen wir bei der Suche nach Zivi-Plätzen bisher keinerlei Unterstützung. Es gab lediglich eine Liste mit freien Auslandsstellen (meistens jedoch FSJ), die allerdings auch erst auf unser Drängen erstellt wurde. Ich hätte mir ein bisschen mehr Transparenz und Unterstützung gewünscht. Selbst Martin, der einen kompletten Monat in Burkina war, bekommt diesen nicht auf seinen Zivildienst angerechnet, von der Vorbereitungszeit die alle ADiA-Leistenden mal mehr mal weniger investiert haben ganz zu schweigen. Aber ich bereite mich seit Januar auf diesen Dienst vor und stelle jetzt fest, dass das umsonst war.
Dort müssen meiner Meinung nach Richtlinien für die Zukunft erstellt werden, damit auch das BMZ weiß wie es zu handeln hat.
Desweiteren muss man sich fragen ob ein Programm wie weltwärts in dieser Art noch vernünftig ist. Denn wenn man aufgrund von Terror, Burkina Faso sperrt, müsste man auch viele andere Länder für diesen Dienst sperren. Selbst hier in Deutschland gab es zuletzt Terrorwarnungen, die sicher auch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind. Jedoch sind sich die ADiA-Leistenden meist dieser Situation, und der aktuellen Situation im Land meist sehr bewusst und haben sich trotz allem zu diesem Dienst entschieden. Zusätzlich bringt dieser Fall natürlich eine extreme Unsicherheit mit sich, wenn man diesen Dienst jederzeit entschädigungslos streichen kann.
Meiner Meinung nach sollte der Mut und der Mehraufwand den ADiA-Leistende gegenüber „normalen“ Zivis in Deutschland zu leisten haben, eher belohnt als bestraft werden.
Ich bin sehr gespannt, welche Lösungen dort gefunden werden.
Vielen Dank für konstante 40-50 Aufrufe dieses Blogs jede Woche, von dem ich noch nicht weiß, ob ich ihn weiterführen werde.
Es wäre wunderbar wenn diese Leser auch weiterhin die SEWA-Story verfolgen und unterstützen.




